Foodie – Der Feinschmecker

4/2018

Spirituosen aus Berlin gibt’s wie Sand am Meer – das gilt jedoch nicht für guten London Dry Gin (so nennt man Gins, die nach einer Art Reinheitsgebot destilliert wurden), den man auch pur genießen kann wie „Whitley Neill“ oder „Bombay Sapphire“. Philip Bachmüller (im Foto l.) und Petr Minarech packte der Ehrgeiz, und sie recherchierten bei Brennern in ganz Europa die Grundlagen und tüftelten neun Monate lang an der perfekten Destillation mit fünf Grundzutaten. Ihre erst in diesem Jahr gegründete Firma „Gourmetspirits“ präsentiert „Gin Ger Berlin“: gebrannt aus Ingwer, Wacholder, Lindenblüten, Orangenblüten und Kiefernnadeln, die die beiden eigenhändig im Erzgebirge einsammeln. „Dazu kommen noch Zutaten, die wir nicht verraten wollen“, sagt Philip. Der Gin begeistert mit frischen Zitrus- und würzigen Wacholdernoten und weichem Geschmack, fast zu schade zum Mixen mit Tonic (45 Vol.-%, 0,2 l etwa E 25).

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Destilliert wird in einer kleinen Brennerei in Tschechien, wo Philip und Petr eine traditionelle Brennanlage aus Kupfer gefunden haben. Philip lädt alle Neugierigen nach Berlin ein: „Wir verkosten gern mit euch und bieten auch tastings für private Feiern an.“ Also fahrt zum tasting room in die Kollwitzstraße 20 (Anm.: inzwischen Caspar-Theyss-Straße 16 in Grunewald). Die nächste Idee: Obstbrände! „Marillen und Zwetschgen haben wir schon gekauft, demnächst gibt’s Obstler“, verspricht Philip.